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Der natürliche Reichtum der Region
San Juan Cotzal mit seinen rund 20.000 Einwohnern liegt im Verwaltungsbezirk El Quiché im Nordwesten Guatemalas, mitten in der Gebirgskette der Cuchumatanes auf 1.700 Meter Höhe. Hier oben, weit abgelegen von der industriell- wütenden Menschenhand, kann man noch frische Bergluft einatmen, die Jungfräulichkeit der unberührten Naturlandschaft genießen, sich an glasklaren Wasserfällen erfrischen und seltene Pflanzen und Vögel entdecken.
Zusammen mit den beiden Gemeinden Nebaj und Chajul formt Cotzal das Ixil-Dreieck, dessen insgesamt 70.000 Einwohner die Mayasprache Ixil sprechen.
Das Gemeindeleben Cotzals spielt sich auf dem Dorfplatz ab, vor der wunderschönen, schneeweißen Kirche. In der Kirche erinnert das Denkmal „Die schweigenden Zeugen“ an den 36 Jahre währenden Bürgerkrieg.
Ganz wie ihre Vorfahren leben auch die heutigen Bewohner Cotzals in ihren selbstgebauten, mit Ziegeldächern bedeckten Lehmhütten und genauso knien heute noch Grüppchen von wäschewaschenden Müttern am Flussufer des Tichuns, der quer die Gemeinde durchkreuzt.
Das Überleben des Kampfes und der Kampf ums Überleben
Während des Krieges, der besonders grausam im Ixil-Dreieck wütete, blieb vielen Familien nichts anderes übrig, als ihr Haus und Land zu verlassen, um vor der Gewalt zu fliehen. Als diese zahlreichen Familien endlich wieder in ihre Heimat zurück kehren konnten, war ihr Land besetzt und sie somit ihres Besitzes enteignet. Bis heute wurde die Eigentumsfrage der Kriegsflüchtlinge nicht geklärt und die Einforderungen ihrer Besitzerrechte überhört. Aus diesem Grund können nur einige Wenige von der Fruchtbarkeit der Erde profitieren und das Land wirtschaftlich zum Anbau von Mais, Bohnen und Gemüse nutzen. Dem Rest blieb nichts anderes übrig, als sich Arbeit auf einer Kaffee- oder Zuckerrohrplantage in den fernen Küstengebieten zu suchen.
In den Jahren 1979 bis 1983 erreichten die blutigen Kriegsjahre im Ixil-Dreieck ihren Höhepunkt. In diesen 4 Jahren starben allein in Cotzal 1.000 Menschen. Die Mehrheit der Opfer waren Männer, die zu Tode gefoltert und massakriert wurden oder spurlos verschwanden. Dabei liegt die wirkliche Kriegsopferzahl viel höher, da neben den 1.000 direkten Gewaltopfern noch Unzählige ihr Leben auf der Flucht in die Berge verloren haben. Man schätzt, dass in der Ixil-Region zwischen 15. und 20.000 Menschen auf ihrer Flucht starben.
Um sich ihre bescheidene aber funktionierende Subsistenzwirtschaft, die ihnen der Krieg genommen hat, wieder aufbauen zu können, haben sich Menschen zusammen geschlossen, um gemeinsam einen Neuanfang zu wagen. Unter ihnen etliche Witwen und Waisen. Die Menschen haben Hoffnung in die Zukunft geschöpft und Initiativen ergriffen. Dies war die Geburtsstunde der Frauenkooperative Tejidos Cotzal. |
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